Egal ob Blackout, Hochwasser, EMP, Versorgungsengpaß oder nur das Campingwochenende.

Gemüse fermentieren – nicht nur in der Krise nützlich

11. September 2016
empfehlen Sie uns weiter

Gemüse fermentieren – nicht nur in der Krise nützlich

Gemüse fermentieren - nicht nur in der Krise nützlich

 

Gemüse fermentieren vom Amanda Feifer

Kimchi, Sauerkraut, Pickles, Kwass & Co. selbst herstellen

Techniken, Tipps und Rezepte für den perfekten Einstieg

aus dem Hans-Nietsch-Verlag

 

Alleine schon mit dem ersten Kapitel „Grundlagen der Fermentation“ hat die Autorin es geschafft mich zu „infizieren“.

Sie weckt Neugier und macht Mut, es selbst einmal zu probieren.

Bisher dachte ich immer, beim Fermentieren von Gemüse ginge es nur darum Sachen haltbar zu machen,

was in früheren Zeiten ohne Gefrierschrank und Supermarkt einfach nötig war.

Weit gefehlt!

Frau Feifer schreibt hier (Auszüge):

 

>> Der Prozess der Milchsäuregärung mutet an wie Zauberei. Man gibt etwas Kraut und Salz in ein Gefäß, und einen Monat

später haben unsichtbare Mikroorganismen den bescheidenen Kohlkopf in einen herb-säuerlichen Superstar verwandelt:

Sauerkraut!

Worte wie würzig, herb oder säuerlich beschreiben den einigartigen Geschmack den das Gemüse im Laufe der Fermentation entfaltet.

Fermentiertes Gemüse fördert unsere Gesundheit auf erstaunliche Weise.

Sein hoher Gehalt an Probiotika ist einer seiner größten Vorzüge.

Es gibt Hinweise auf und Belege für einen Zusammenhang zwischen der Artenvielfalt der Darmbakterien beim gesunden Menschen,

sowie von Übergewicht, Nahrungmittelallergien und sogar Depressionen beim Menschen mit verminderter oder einseitger

Bakterienbesiedlung des Mikrobioms.

Es ist zudem vitaminreicher als rohes oder gekochtes Gemüse.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Fermentation schädliche chemische Verbindungen wie etwa Rückstände von Pestiziden ganz oder teilweise abbauen kann.<<

 

Ist das nicht wundervoll? Macht das nicht Lust gleich loszulegen?

 

Da wir aktuell noch keinen Kohl aus dem eigenen Garten haben, und Rückstände ja eh vom Fermentierungsprozess verringert werden können,

bin ich gleich ins Geschäft gestürzt, und habe Kohl gekauft. Mein Eindruck ist allerdings, dass man das Buch weitestgehend gelesen haben sollte,

bevor man dann tatsächlich los legt, nicht dass einem Fehler unterlaufen die mithilfe dieses Buches verhindert werden könnten.

 

So sind z.B. viele Leute vom Einkochen gewohnt extrem hygienisch zu arbeiten. Dies darf beim Fermentieren nicht übertrieben werden.

Immernoch glauben Viele dass Bakterien grundsätzlich „böse“ sind. Zum Fermentieren werden jedoch „gute“ Bakterien benötigt, die bei übertriebenem

Waschen entfernt werden. Also, sauber arbeiten, aber nicht steril!

 

Außerdem dachte ich bisher immer, dass man zwingend spezielle, teure Gefäße, Hobel und Stampfer bräuchte um mit der Sauerkrautherstellung beginnen zu können.

Erstaunlich viele Dinge hat man schon zuhause, wenn man einen „normalen“ Haushalt führt, wie z.B. große Schüsseln, eine grammgenaue Waage und ein großes Messer.

In diesem Buch ist auf eine sehr sympathische Art und Weise beschrieben was tatsächlich benötigt wird, und mit was man evtl. auch „improvisieren“ kann um Geld zu sparen.

So besteht z.B. die Möglichkeit den Inhalt mit einem speziellen Gewicht zu beschwerden, oder anstatt dessen einen ausgekochten Stein (oder ähnliches) zu verwenden.

Die Autorin nennt hier etliche Alternativen.

Daher finde ich, lohnt sich die Investition in dieses Buch doppelt und dreifach, da man Tipps bekommt was man wirklich braucht und was optional ist,

auf was man achten muss damit die Arbeit nicht umsonst war und das schöne Gemüse auf dem Müll landet, und die Vielzahl an interessanten Rezepten die wahrlich inspiriert.

 

Da wir vor haben richtig einzusteigen – egal ob wir es dieses Jahr gleich schaffen genießbares Sauerkraut herzustellen oder nicht –

haben wir uns einen Gärtopf aus Steingut mit Zubehör (Kraut-Stampfer, Gewicht und Deckel, Strunkbohrer) und einen Kraut-Hobel gekauft.

In schätzungweise 6 Wochen können wir dann berichten ob wir erfolgreich waren.

 

Hier noch die Inhalte des oben genannten Buches:

 

Teil 1 Grundlagen der Fermentation

Teil 2 Sauergemüse im Glas

      – Pickles

      – Sauerkraut

      – Kimchi

      – Saucen, Salsas und Dips

      – Kwass

 

Teil 3 weitere Methoden der Gemüsefermentation

      – Fermentieren im Gärtopf

      – Fermentieren ohne Salz

      – Tsukemono, „Sun-Pickles“ und andere fermentierte Köstlichkeiten

 

Im Anhang ist außerdem eine Salztabelle, ein Rezepteverzeichnis, sowie eine Liste mit Bezugsquellen zu finden.

Das Buch enthält rund 100 abwechlungsreiche, vegetarische sowie kohlenhydratarme Rezepte.

 

Nur mal ein kleiner Ausschnitt aus dem Rezepteverzeichnis damit Ihr seht, wie breit die Möglichkeiten sind:

Cocktailzwiebelringe, klassische Dillgurken, milchsaurer Blumenkohl mit Curry, Rote Bete mit Kreuzkümmel und Basilikum,

etliche Sorten verschiedenstes Sauerkraut, verschiedene Arten Kimchi, Chilisauche, Kwass (Gärgetränke), Maiskölbchen,

eingelegter Kohlrabi, Klettenwurzeln mit Kurkuma, Knoblauchhonig, und und und…

 

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick vermitteln und vielleicht konnte ich ja auch Eure Neugier wecken?

Geht ihr jetzt auch in den Supermarkt und kauft auch schnell mal einen Kohl? 🙂

 

Viel Spaß und Erfolg beim Haltbarmachen und Genießen!

P.S.: Das ist warscheinlich DAS Schlankheitsgeheimnis der Asiatinnen.

Das Buch könnt ihr hier kaufen.
Das Zubehör zum für´s eigene Sauerkraut bekommt ihr z.B. hier.

 

Schreibe einen Kommentar